Trinkt mehr heimischen Wein“
Weinbauministerin Schmitt setzt in der Krise auf Unterstützung der Konsumenten
Von Sebastian Stein
MAINZ/TRIER Für den Weinbau sei es die schwierigste Lage der Nachkriegszeit, sagte die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Daniela Schmitt (FDP) Anfang der Woche. Sie zeichnete ein düsteres Bild für die Zukunft: Bis zu einem Drittel der Betriebe könne verschwinden. Weil die Produktion teurer wird, US-Zölle den Betrieben zu schaffen machen und weniger Wein getrunken wird. Die FDP-Politikerin hat deshalb nun dazu aufgerufen, mehr Wein zu trinken. Zumindest mehr rheinland-pfälzischen.
„Wer zu heimischem Wein greift, stärkt die Weinwirtschaft, erhält Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum und trägt zum Schutz unserer Weinkulturlandschaften bei“, heißt es im sogenannten Weinbaupaket, das die Ministerin am Dienstag vorgestellt hat. Schmitt steht mit dieser Aufforderung an die Verbraucher nicht alleine da.
Auch für die Zukunftsinitiative Deutscher Weinbau liegt im stärkeren heimischen Weinkonsum eine Lösung für die „verheerende Lage des deutschen Weinbaus“. Der Kauf von deutschen Weinbauprodukten könne viele Winzerfamilien vor dem Aus retten. Genauer gesagt, rät die Zukunftsinitiative: „Schon eine zusätzliche Flasche deutscher Wein pro Kopf und Jahr anstelle einer importierten Flasche“ sichere die Zukunft. Es gehe nicht um mehr Alkoholkonsum, sondern um eine bewusste Kaufentscheidung.
Der Plan der Wirtschaftsministerin geht aber etwas über den reinen Appell hinaus. Sie will eine Million Euro mehr in Marketing stecken, um etwa neue Exportmärkte zu erschließen. Und sich für weniger Bürokratie und einfachen Pflanzenschutz einsetzen. Auch nach Berlin richtet Schmitt kritische Worte – der weinbaupolitische Stillstand müsse beendet werden. Auf ihre Initiative hin soll es nun auch ein Treffen aller weinbaubetreibenden Bundesländer geben.
Schmitts Initiative komme zu spät, kritisiert die CDU im rheinland-pfälzischen Landtag. Die Ministerin habe zu lange gebraucht, um die Probleme zu erkennen.


